Donnerstag, 8. März 2012

Beliebt oder nicht beliebt

“Ruhige, stille Hochachtung ist mehr wert als Anbetung, Verehrung, Verzückung."
Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge


Ich bin müde, sehr müde. Deswegen gibt es diesmal nur eine Kurzversion des Tages.

Heute war Elternabend. Die Schüler haben mich also den ganzen Vormittag genervt. Was werde ich den Eltern sagen, wie werde ich es den Eltern sagen, über wen werde ich den Eltern was sagen? Im Endeffekt stellt sich die Angst der Kiddies - so wie jedes Mal - als unberechtigt heraus. Von 26 erscheinen maximal 14 Eltern zum Elternabend und zwar die, die ich nicht unbedingt sehen muss. Alle schütteln mit dem Kopf, sagen, dass sich etwas ändern muss, jeder verspricht mit seinem Kind zu sprechen. Am nächsten Tag ist das Klassenbuch wieder voll. Weil die Eltern der wirklich problematischen Kinder unerreichbar sind. Unendliche Geschichte.

Die Klassenlehrerin der Parallelklasse und ich machen den Elternabend meistens am selben Tag. Gleiches Publikum, gleiche Probleme. Und unsere Klassenräume befinden sich auch nebeneinander. Kann man zusammen vorbereiten, sich verschiedene kluge Dinge einfallen lassen und hinterher drüber sprechen. Allerdings beginnt mein Elternabend heute 30 Minuten später. Ich sitze also an meinem Schreibtisch und gehe noch einmal die Infos durch, die Klassentür steht offen. Die Kollegin hat schon angefangen. Ein paar Minuten später kommt noch ein Vater angehetzt. Ich habe ihn vorher noch nie gesehen, muss also zu der anderen Klasse gehören. Und tatsächlich: - „Entschuldigung, ich suche Klasse von Frau Kirschner.“
„Gleich die nächste Tür.“ Dann bleibt er stehen, guckt mich genauer an und sagt:
- „Du bist aber nicht so beliebt?!“ Und geht weiter.
Ähhhm, sprachlos.

Kommentare:

  1. Er soll Sie nicht duzen!
    Sonst ist alles ok.

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  2. "Dutzen" gehört zu Sprachkultur bestimmter Kontingente.

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